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WESER-REPORT / WESER-KURIER
BREMER-ANZEIGER / STADTTEIL-KURIER
BERICHTE
7/8/9 Juli 2012 
Wahl Ortsamtsleitung 2012
Neustadt / Woltmershausen
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Berichtigung WESER-REPORT 11.07.2012
Nicht die Zweite, sondern die Dritte In der vergangenen Ausgabe ist uns ein Fehler unterlaufen: Die neugewählte Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon ist nicht die zweite Bremer Ortsamtsleiterin, sondern nach
Dr. Karin Mathes (Schwachhausen/ Vahr) und Eva Thiemann (Seehausen) die dritte. Wir bitten dieses Versehen zu entschuldigen.
(eb)
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Bremens zweite Ortsamtsleiterin
Rechtsanwältin Annemarie Czichon überzeugte die Beiräte Neustadt und Woltmershausen

Von Hauke Hirsinger
Die Stadtteile Neustadt und Woltmershausen haben einen neuen „Bürgermeister“. Er wurde im ersten
Wahlgang mit 17 von 30 Stimmenm von den beiden Beiräten gewählt und ist eine Frau.
„Bei aller Freundlichkeit kann ich sehr hartnäckig sein. Ich habe Geduld und verfolge Ziele über eine
lange Zeit.“ Es dürften Sätze wie diese gewesen sein, die Annemarie Czichon (56) am vergangenen
Donnerstag die absolute Mehrheit bei der Wahl zum Ortsamtsleiter Neustadt/Woltmershausen
sicherten. Die Neustädterin setzte sich dabei gegen drei weitere Bewerber
durch, die es von insgesamt 19 Bewerbern in die innere Wahl der Beiräte geschafft hatten. Dass sie
eine Frau ist – sie wird neben Karin Mathes, Ortsamtsleiterin Schwachhausen/Vahr, die zweite
Bremer Ortsamtsleiterin überhaupt sein – ist nicht das einzige Novum. Aufgrund des neuen
Beirätegesetzes ging auch ihre Wahl anders vonstatten, als die ihres scheidenden Vorgängers
Klaus-Peter Fischer. Zum ersten Mal wurde eine Ortsamtsleiterin vom Beirat gewählt, um jetzt vom
Senat eingesetzt zu werden. Bei allen ihren Vorgängern war es noch so, dass der Beirat vorschlug
und der Senat wählte. Neben Czichon waren noch Stadtteilmanager Florian Boldt (38),
Rechtsanwältin Bettina Scharellmann (44) und Landschaftsplaner Christoph Theiling (47) ins Rennen
gegangen. Insgesamt 30 der 32 wahlberechtigten Beiräte hatten sich für die Wahl in der neuen Mensa
der Oberschule am Leibnizplatz eingefunden. Erstaunlich: Der Woltmershauser Beirat Tim Fette (CDU),
der trotz seines Mandates bislang nicht an den Sitzungen des Stadtteilparlaments teilgenommen
hatte, war an diesem Abend gekommen, um seine Stimme abzugeben. Während die beiden männlichen
Bewerber chancenlos blieben – sie erhielten beide keine Stimme – konnte Scharellmann, die als Juristin
für die SPD-Bürgerschaftsfraktion tätig ist, immerhin 13 Stimmen gewinnen. Da blieben allerdings
17 für Czichon, die somit im ersten Wahlgang mit einfacher Mehrheit gewählt wurde. Die zweifache
Mutter und Juristin lebt seit einem Vierteljahrhundert in der Neustadt. Sie saß unter anderem als
Mediatorin am Runden Tisch zum A281-Ausbau und war kürzlich an den Verhandlungen zum Hospiz
in Horn beteiligt. Sie gehört keiner Partei an. In ihrer Bewerbungsrede betonte sie die Wichtigkeit
von Bürgerbeteiligung, Jugendbeiräten und Stärkung der Beirats-Arbeit insgesamt. Voraussichtlich
wird Czichon ihre neue Stelle im November antreten.


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Neue Ortsamtsleiterin
Annemarie Czichon für Neustadt/Woltmershausen gewählt
Bremen (kmö). Nach einem spannenden vierstündigen Wahlabend fiel die Entscheidung: Die Anwältin
und Mediatorin Annemarie Czichon (56) leitet ab November das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen.
Damit wurde erstmals seit einer Gesetzesänderung ein Ortsamtsleiter direkt von einem Bremer Beirat gewählt. 30 Beiratsmitglieder der Stadtteile Neustadt und Woltmershausen hatten am Donnerstagabend die Wahl unter vier Bewerbern: Neben Annemarie Czichon kandidierten der Neustädter Stadtteilmanager Florian Boldt, die Juristin für die SPD-Bürgerschaftsfraktion, Bettina Scharellmann, und der Bremer Landschaftsarchitekt Christoph Theiling. Für die Stelle hatten sich ursprünglich 19 Frauen und Männer beworben. Nach den Vorstellungsrunden zeichnete sich ab, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden weiblichen Kandidaten geben würde. Dann aber erzielte Annemarie Czichon mit 17 Stimmen sogar die absolute Mehrheit. Rechtlich gesehen hätte auch die einfache Mehrheit für einen Sieg gereicht. Die vor der Wahl als Favoritin gehandelte Bettina Scharellmann konnte 13 Beiratsmitglieder überzeugen, die beiden anderen Kandidaten mussten ohne eine Stimme den Heimweg antreten. Das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen ist damit das dritte nach Schwachhausen/Vahr und Seehausen,
das von einer Frau geleitet wird. Annemarie Czichon äußerte sich hoch erfreut nach ihrer Wahl.
Bei ihrer Vorstellung hatte sie auch viel Zuspruch und Applaus von den Besuchern der Beiratssitzung bekommen Die Anwältin und Mediatorin ist vielen Neustädtern vom Runden Tisch zur A281 bekannt, den sie gemeinsam mit Hans-Christoph Hoppensack moderiert hatte. Als künftigen Schwerpunkt ihrer Arbeit nannte Annemarie Czichon neue Formen der Bürgerbeteiligung:
„Die Menschen müssen so früh in Entscheidungen mit eingebunden werden, dass Runde Tische überflüssig werden“, sagte die 56-Jährige.

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„Ich habe mich zu kümmern, egal was kommt“
Die Mediatorin und gelernte Juristin Annemarie Czichon wird Ortsamtsleiterin für die Neustadt und Woltmershausen
Von Bianca Kläner
Eine langjährige Neustädterinwird Leiterin des Ortsamtes:Annemarie Czichon (56) ist am Donnerstag als Nachfolgerin von Klaus-Peter Fischer gewählt worden. „Wir hatten 19 Bewerbungen, davon gab es einen Rücktritt“, berichtete der amtierende Ortsamtsleiter. Vier schafften es in die Endrunde. Neben Czichon traten an: Bettina Scharrelmann, Referentin bei der SPD-Bürgerschaftsfraktion, der Neustädter Stadtteilmanager Florian Boldt und der Landschaftsplaner Christoph Theiling. Alle Namen waren vor der Sitzung geheim gehalten worden. Ein Bewerbungsgespräch vor großem Publikum, bei drückender Hitze: Den vier Kandidaten wurde einiges abverlangt. „Wir haben für unser Ortsamt erstmals eine geheime Wahl direkt durch den Beirat“, erklärte Klaus-Peter Fischer das neue Verfahren. Vor der Abstimmung musste jeder Bewerber Fragen des Ortsamtsleiters zum bisherigen
Werdegang und Gründen für die Bewerbung beantworten, gefolgt von Fragen der Beiratsfraktionen und des Publikums. Die Kommunalpolitiker wollten unter anderem von den Kandidaten wissen, wie sie die Interessen der Stadtteile gegenüber Stadt und Land vertreten und die Lebensqualität in den Quartieren verbessern wollen. Auch nach Schwächen der Kandidaten erkundigten sie sich. Annemarie Czichon berichtete, sie sei gebeten worden, sich zu bewerben. „Ich bringe Lebenserfahrung aller Art mit“, sagte sie über sich. Die gelernte Juristin hat nach dem Studium kurz als Anwältin gearbeitet. Seit 1998 ist sie selbstständige Mediatorin. Bürger auf der linken Weserseite kennen Czichon unter anderem vom Runden Tisch zur A281, den sie gemeinsam mit Hans-Christoph Hoppensack moderiert hat. „Mit politischen Strukturen kenne ich mich gut aus“, sagt die Bremerin, die in jungen Jahren eine Zeitlang in der SPD war, heute aber keiner Partei angehört. Verbindlich, dabei aber hartnäckig setzt sie sich nach eigener Aussage für wichtige Angelegenheiten ein: „Sie können davon ausgehen, dass ich bei aller Freundlichkeit Dinge gut verfolgen kann!“ Als ihre Basisaufgabe sehe sie, die Arbeit der Beiräte zu ermöglichen. Eine Ortsamtsleiterin solle zudem Ansprechpartnerin für Bürger sein: „Ich habe mich zu kümmern, egal was kommt.“ In dem Amt sei auch wichtig, Kontakte zur Wirtschaft zu pflegen. In Sachen Bürgerbeteiligung hofft Czichon, mit Menschen so früh ins Gespräch zu kommen, dass „viele Runde Tische überflüssig werden“. Das Thema Lebensqualität sei ein „Riesenfeld“, das für sie unter anderem bezahlbaren und altersgerechten Wohnraum sowie den gesamten sozialen Bereich umfasse. Zwischen Menschen zu vermitteln, ist für sie vertrautes Terrain: „Ich habe mich immer wieder in vermittelnden Situationen wiedergefunden.“ An ständige Medienkontakte hingegen muss sie sich noch gewöhnen. „Pressearbeit werde ich noch lernen müssen“, räumte sie ein. Sie stehe nicht so gern vor der Kamera. 17 Beiratsmitglieder stimmten für Czichon. Bettina Scharrelmann erhielt 13 Stimmen, Florian Boldt und Christoph Theiling jeweils keine. Zum 1. November wird Klaus-Peter Fischer in den Ruhestand gehen.

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Absolute Mehrheit für Annemarie Czichon
Nach vier Stunden fällt die Entscheidung: Mediatorin wird erste kommunale Wahlbeamtin in Bremen

Nach einem vierstündigen Wahlabend steht die Entscheidung fest: Die Mediatorin und Anwältin Annemarie Czichon leitet ab November das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen. Mit ihr wurde erstmals seit einer Gesetzesänderung in Bremen ein Ortsamtsleiter direkt vom Beirat gewählt. Insgesamt haben vier Kandidaten das öffentliche Bewerbungsgespräch bestritten – mit unterschiedlich starkem Auftritt.

VON KARIN MÖRTEL
Neustadt·Woltmershausen.Am Ende eines langen und von schwüler Hitze geprägten Wahlabends bildeten sich nur zwei Haufen bei der Stimmenauszählung. Dabei waren es insgesamt vier Bewerber, die nach einer Vorauswahl von den ursprünglich 19 Anwärtern auf die Ortsamtsleitung der Stadtteile Neustadt und Woltmershausen in der Oberschule am Leibnizplatz zum öffentlichen Bewerbungsgespräch antreten durften. Nach dem spannenden Wahlmarathon stand gegen 23 Uhr die Entscheidung fest: Die Mediatorin und Anwältin Annemarie Czichon leitet ab November das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen. Mit ihr wurde erstmals seit einer Gesetzesänderung ein Ortsamtsleiter direkt von einem Bremer Beirat gewählt. 30 Beiratsmitglieder der Stadtteile Neustadt und Woltmershausen hatten neben der überzeugenden Siegerin die Wahl zwischen dem Neustädter Stadtteilmanager Florian Boldt, der Juristin für die SPD-Bürgerschaftsfraktion Bettina Scharellmann und dem Bremer Landschaftsarchitekten Christoph Theiling. Nach den Vorstellungsrunden zeichnete sich bereits deutlich ab, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden weiblichen Kandidaten geben würde, die sich beide sehr souverän und kompetent präsentierten. Auch die beiden Herren sammelten durchaus während ihrer Präsentation Sympathiepunkte, konnten jedoch mit den starken Mitbewerberinnen nicht mithalten.

Annemarie Czichon zeigte sich nach der Wahl hocherfreut darüber, dass sie mit 17 Stimmen sogar die absolute Mehrheit erringen konnte: „Das gibt mir großen Rückhalt.“ Rein rechtlich hätte auch die einfache Mehrheit zum Sieg gereicht. Durch ihr authentisches Auftreten gewann sie auch viel Zuspruch und Applaus von den Besuchern des Wahlabends. Die Mediatorin ist den meisten Neustädtern von dem Runden Tisch A 281 bekannt, den sie gemeinsam mit Hans-Christoph Hoppensack moderiert hat. Als künftigen Schwerpunkt ihrer Arbeit nennt Czichon neue Formen der Bürgerbeteiligung: „Wir müssen möglichst früh ins Gespräch kommen und Lösungen finden, dann könnten viele Runde Tische überflüssig werden“, so die 56-Jährige. Die vor der Wahl ebenfalls als sehr aussichtsreiche Kandidatin gehandelte Bettina Scharellmann konnte immerhin noch 13 Beiratsmitglieder von sich überzeugen, die beiden anderen Kandidaten mussten ohne eine Stimme den Heimweg antreten. Das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen ist damit das dritte nach Schwachhausen/Vahr und Seehausen, das von einer Frau geleitet wird. Czichon versprach, die Interessen der Stadtteile in der bremischen Politik und Stadtverwaltung mit dem notwendigen Nachdruck zu vertreten und auch besonders den Woltmershausern ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken. Sie bezeichnete sich selbst als „hartnäckig und geduldig“ – beides seien wichtige Eigenschaften für die kommenden zehn Jahre Amtszeit. Dennoch erteilte sie allzu hohen Erwartungen mit einem Lächeln eine Absage: „Das dumme ist, dass ich nicht zaubern kann.“ In jedem Falle betrachte sie die Beiratsmitglieder als ihre „Chefs“, für deren Belange sie sich „auf den Hosenboden setzen“ wolle, um sich möglichst schnell einzuarbeiten.
Auch auf die Frage aus dem Publikum, warum sie ihren derzeitigen Traumjob gegen eine vermutlich wesentlich anstrengendere Aufgabe als Ortsamtsleiterin aufgeben wolle, hatte sie die passende Antwort parat: „Ich möchte meine Kräfte für das Allgemeinwohl einsetzen, ich bin dazu bereit, und ich denke, ich werde es gut machen.“

Davon zeigten sich letztlich auch die Sprecher der beiden Stadtteilparlamente Ingo Mose (Grüne) und Edith Wangenheim (SPD) überzeugt. „Ich gebe ehrlich zu, dass Bettina Scharellmann meine bevorzugte Kandidatin gewesen ist, aber ich bin dennoch mit der gewählten Ortsamtsleiterin hoch zufrieden“, so Wangenheim. Es seien ein sehr fairer Verlauf und vier gute Kandidaten gewesen, da sei eine Entscheidung ohnehin sehr schwer gewesen. „Die beiden Frauen waren gleichauf.“ Bedenken, dass die seit 25 Jahren in der Neustadt lebende Wahlsiegerin den Stadtteil Woltmershausen vernachlässigen könnte, hat sie nicht. „Frau Czichon hat uns versichert, dass sie die beiden Stadtteile gleichberechtigt behandeln will, und das glauben wir ihr“, so Wangenheim. Ingo Mose freute sich, dass für Klaus-Peter Fischer „eine so kompetente und engagierte Nachfolgerin“ gefunden sei. „Ich sage ihr bereits jetzt als Vermittlerin und Vernetzerin eine sehr hohe Akzeptanz in den beiden Stadtteilen voraus“, so Mose. Es sei erfrischend, nun einmal eine Frau an der Spitze zu haben, auch wenn dies nicht das ausschlaggebende Kriterium für die Wahlentscheidung gewesen sei. Klaus-Peter Fischer gratulierte Annemarie Czichon ebenfalls zur Wahl: „Das ist wohl das beste Geburtstagsgeschenk, das Sie sich selbst heute machen konnten

Fotos: Walter Gerbracht